Kaffernbüffel (Syncerus caffer)
Die Kaffernbüffel mit ihren mächtigen gebogenen Hörnern und einem Lebendgewicht von mehr als einer halben Tonne sind eine sehr beeindruckende Tierart. Durch seine Größe, seine Aggressivität und seinen weit entwickelten Wiederkäuermagen, kann der Büffel als einer der erfolgreichsten Säuger Afrikas bezeichnet werden. Der Kaffernbüffel wird teilweise mit dem Wasserbüffel Kleinasiens und Nordafrikas verwechselt, der zugleich ein Wild- und Haustier ist. Der Kaffern- oder Afrikanische Büffel ist das größere der beiden Tiere. Er ist das zweitgrößte Tier dieser Art, größer als er ist nur der Bison in Nordamerika.
Der Kaffernbüffel lebt in der Sahara, auf offenen Grasflächen und in Wäldern, Bergen oder Küstenregionen. Büffel und Elefanten haben den größten Lebensraum aller großen afrikanischen Säuger. Büffel können Wasser nicht wie andere Wiederkäuer speichern. Sie müssen daher regelmäßig trinken. Sie fühlen sich in grasreichen Waldgebieten mit guter Wasserversorgung am wohlsten. Bei guten Lebensbedingungen sind Büffel im Alter von 5 Jahren geschlechtsreif und können bis zu 18 Jahre alt werden.
Büffel sind Wiederkäuer, d.h. sie haben anaerobe Bakterien in einem speziell segmentierten Magen, der rauhes und ansonsten nicht Essbares aufspaltet. Wie Hauskühe, haben Büffel eine untere Zahnreihe mit harten Lippen und eine flexible Zunge, die sie dazu nutzen, die von ihnen bevorzugten Gräser auszureißen.
Lebensform der Büffel
Büffel sind Herdentiere, die in Gruppen mit bis zu 1.000 oder in einzelnen Gebieten sogar noch mehr Tieren leben. Häufig sind jedoch Herden mit 100-300 Tieren. Die Herden sind nicht ortstreu, sie wandern mit den Jahreszeiten auf der Suche nach hochwertigem Futter oder Wasser. Jede Herde besteht aus mehreren Unterherden mit 30-60 Weibchen und deren älteren und neugeborenen Jungen. Andere Gruppen innerhalb der Herde bestehen aus gleichaltrigen Männchen und Weibchen. Dominante Männchen wandern alleine durch die Herde auf der Suche nach Paarungsmöglichkeiten oder Kampfgenossen.
Wenn die Männchen älter werden und von jüngeren dominanten Männchen verdrängt werden, verlassen sie die Herde und leben als Einzelgänger. Diese alten, mürrischen Büffel sind wegen ihrer teuer gehandelten Hörner ein beliebtes Jagdobjekt. Diese Hörner haben dem Kaffernbüffel zu seinem gefährlichen Ruf verholfen. Seine einzigen Feinde sind Löwe und Mensch.
Büffel kommunizieren durch Körperbewegungen und Lautbildungen. Ihr Klangrepertoir ist nicht ausgereift und entspricht dem der Kühe. Die meisten Laute sind Grunzen und Murmeln beim Fressen, möglicherweise um Kontakt miteinander zu halten. Mütter machen gurgelnde Geräusche, um ihre Kälber zu rufen, wenn Gefahr droht, und die Kälber antworten ihnen ebenso. Wütende oder ängstliche Büffel grunzen laut und abrupt. Wenn Sie in Afrika zu Fuß unterwegs sind und dieses Geräusch hören, ist es höchste Zeit den nächsten Baum zu besteigen.
Wie die meisten großen Tiere zeigen Büffel ihre Längsseite, wenn sie sich bedroht fühlen. So kann man sehen, wie enorm groß diese Tiere sind und schnell fliehen. Büffel tragen zuweilen ihren Kopf hoch, die Schnauze in einer Haltung zu einem gewandt, als ob sie die Luft schnupperten. Ebenso halten sie manchmal den Kopf gesenkt, so dass die Hörner auf den möglichen Angreifer zeigen und dieser von ihrer Größe beeindruckt wird. Wie andere Hornträger reiben Büffel ihre Hörner auf dem Boden, um den Gegner zu bedrohen. Wenn ein Tier sich sehr bedroht fühlt oder sehr wütend ist, kann es mit gesenktem Kopf auf den Gegner losstürmen und diesen mit seinen mächtigen Hörnern in die Luft schleudern.
Wenn Büffel sich bedroht fühlen, senken sie den Kopf nach unten und drehen sich herum, damit sie fliehen können falls erforderlich. Büffel zeigen anderen Büffeln ihre Unterlegenheit, indem sie ihren Kopf unter Bauchhöhe des dominanten Artgenossen senken. In Extremfällen drehen sich Büffel einfach herum und fliehen in einer dichten Herde zur nächstgelegenen Schutzgelegenheit.
Serengetibüffel
Die Serengetibüffel haben sich im vergangenen Jahrhundert zu großen Herden vermehrt, danach ging ihr Bestand wieder zurück. Die Rinderpest wurde 1890 in die Serengeti eingeschleppt. Die meisten Büffel erlagen damals dieser Krankheit, nur geschätzte 10.000 überlebten. Während der folgenden 60 Jahre, erlebten die Büffel ein leichtes Comeback, mit erhöhtem Anstieg während der 60-er Jahre bis zu einer Gesamtzahl von 65.000 im Jahre 1969. Seit damals stieg mit der dichteren Bevölkerung außerhalb des Parks auch die Wilderei an. Die Büffel scheinen ganz besonders anfällig für Wilderei zu sein - so gab es im Jahre 1990 nur noch 16.000 Büffel. Die Population ist während der letzten Jahre relativ stabil, aber leider sehr niedrig geblieben.
Gegenwärtig können Büffel in hoher Anzahl im westlichen Korridor der Serengeti entlang dem Fluss Grumeti und im Waldland um Seronera beobachtet werden. Leider gibt es heute im Norden des Serengeti-Nationalparks, der sich einst des höchsten Vorkommens von Büffeln weltweit erfreuen konnte, keinen einzigen Büffel mehr.