Leopard

Leopard im Baum

Beim trinken

Leopard

© Koch&Wolf/Künkel

Leoparden (Panthera pardus)

Vielleicht handelt es sich um eine uralte, allen Primaten innewohnenden Angst, aber als ich zum ersten Mal den schnaufenden Ruf eines Leoparden vor meinem Zelt hörte, war ich zu Tode erschrocken.

Leoparden sind große Katzen, Einzelgänger. Ihr Lebensraum erstreckt sich über ganz Afrika bis hin nach Südostasien, wo immer es auch ausreichend Bäume gibt, die ihnen Schutz bieten. Sie sind anmutige, geschmeidige Jäger. Für den Menschen stellen sie keine Bedrohung dar, ansonsten fressen sie jedoch alles - vom Käfer bis zu Gazellen, Pavianen oder Hunden. Unsere Primatenvorfahren wurden ebenfalls Opfer der Leoparden.
Viele Menschen sind verwirrt, wenn sie zum ersten Mal einen Leoparden sehen: "Ist das ein Leopard oder ein Gepard?" Das ist nicht verwunderlich. Die Maasai, ein Hirtenvolk, das am Rande der Serengeti lebt und für sein Wissen im Bereich der Pflanzen und Tiere bekannt ist, verwenden für Leoparden und Geparden die gleiche Bezeichnung.
Leoparden sind schwerer und haben einen stärkeren Körperbau als Geparden. Aber sie sind dennoch 2/3 kleiner als Löwen. Die Flecken ihres Fells sind dunkel und rund mit einer Vertiefung in der Mitte auf braunem Untergrund. Leoparden jagen bei Nacht, im allgemeinen in dichter Vegetation. Sie überfallen ihre Beute eher als sie zu jagen. Sie schleichen langsam durch das Gras oder Gebüsch und greifen erst an, wenn sie nur noch einige Meter entfernt sind.
Geparden, kleiner und leichter als Leoparden, sind für die Geschwindigkeit gemacht. Sie jagen ihre Beute im Tageslicht in dramatischen Rennen. Die Flecken im Fell eines Geparden sind rund und einheitlich.

Verhalten
Die Leoparden der Serengeti finden sich an Flussläufen und in dichter bewaldeten Gegenden. Am Tage liegen die Leoparden oft dösend in großen Bäumen auf angenehm geneigten Ästen. Nachdem sie ein Tier erbeutet haben, ziehen sie es hinauf auf den jeweiligen Baum, um die Beute dort vor allem vor Löwen und Hyänen zu schützen, die ihren Fang stehlen könnten. Der Leopard kehrt dann mehrere Tage lang zum Fressen und Ausruhen zu seinem Baum zurück. In seiner klassischen Pose sieht man ihn dösend mit hängenden Pfoten, eine Gazelle vor ihm quer über dem Ast.
Anders als Löwen sind Leoparden während ihres ganzen Lebens Einzelgänger. Sie erobern und verteidigen Reviere und treffen sich nur zur Fortpflanzung. Leoparden erreichen im Alter von 2 Jahren die Geschlechtsreife und können dann alle zwei Jahre Junge werfen. Mütter scheinen ihre Jungen in ihrem Territorium zu akzeptieren und wurden auch bei der gemeinschaftlichen Jagd mit dem Nachwuchs beobachtet.

Kommunikation
Leoparden kommunizieren durch Gebrüll und Geruch. Ihr Gebrüll klingt wie eine Säge in einem sehr rauhen Holzstück. Gebrüll kann das Revier markieren oder ein Zeichen sein, dass etwas sie in Alarmbereitschaft versetzt hat. Leoparden können ebenso wie Hauskatzen schnurren und miauen, allerdings geschieht dies normalerweise nur zwischen Müttern und Jungen. Duftmarken werden ähnlich wie bei anderen Katzen über eine Afterdrüse gesetzt. Die Marken werden auf Büsche oder Bäume im Grenzgebiet des Reviers gesprüht. Sie wetzen und schärfen ihre Krallen an den Baumstämmen und markieren diese dann mit Urin.

Serengeti Leoparden
Die Population der Serengeti Leoparden scheint gesund. Da sie jedoch sehr scheu sind und sehr zurückgezogen leben, ist nicht so viel über sie bekannt wie über Löwen oder Geparden. Durch ihre Scheu und ihre Fähigkeit, sich sehr vielseitig zu ernähren, scheint die Population der Leoparden von Afrika bis in das südliche Asien hinein relativ stabil zu sein.
Die besten Orte, um Leoparden in der Serengeti zu sehen, sind die "River Circuits", am Fluss gelegenen Strecken zur Beobachtung von Wildtieren. Die hervorragende Tarnung des Leoparden durch sein geflecktes Fell macht es sehr schwierig, ihn zu entdecken - große Bäume mit ausladenden Stämmen bieten die beste Möglichkeit, einen Leoparden beim Dösen zu sehen.

 
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