Die beängstigende Welt der Ameisen
Ein kleiner, braungefleckter Frosch hüpft durch die Blätter am Waldboden entlang des Flusses. Er kriecht ein paar Sekunden lang auf dem Boden herum und verschluckt plötzlich einen ganzen, leuchtendgrünen Grashüpfer, der neben einer Blume gesessen hatte. Der Frosch hüpft weiter, doch dieses Mal hat er sich verschätzt. Er reibt sein Gesicht im Schmerz und versucht weiter zu hüpfen. Doch er landet auf seinem Rücken und verschwindet unter einer wabernden Masse von kleinen, dunkelroten Körpern. Zehn Minuten später ist vom Frosch nichts mehr zu sehen, doch die zehn Zentimeter breite Straße roter Ameisen existiert noch immer.
Beißende, rote Ameisen, in Kisuaheli "Siafu" genannt, leben in Kolonien. Anders als die meisten Ameisen haben sie jedoch keinen dauerhaften Bau. Sie sind zwischen 1 und 15 mm lang, jagen bei Nacht und verstecken sich am Tage in Erdhöhlen oder Bäumen. Sie wandern weiter, wenn keine Beuteinsekten oder froschartigen Beutetiere mehr vorhanden sind. In den dunklen, feuchten Wälder entlang der Flussufer in der Serengeti jagen die Siafu die ganze Nacht und den ganzen Tag hindurch. Sie bilden Ameisenstraßen von ihrem Versteck zum Jagdgebiet, wenn sie aktiv jagen.
Siafu jagen über die Wahrnehmung von Kohlendioxid, das Insekten und Tiere ausatmen. Mutige oder verspielte Menschen können die Siafu foppen, indem sie auf die Ameisenstraßen pusten und beobachten, wie die Tiere auf der Suche nach Beute mit ausgestreckten Zangen in hektische Aktivität ausbrechen.
Einige Tage alte Siafu-Bauten befinden sich normalerweise in Löchern von Bäumen mit einem hohen Stapel Insektenleiber vor der Öffnung. Die Hauptnahrung der Siafu sind Insekten, sie können jedoch auch kleine Tiere wie Spitzmäuse oder Frösche verzehren, wenn sie das Glück haben eines zu fangen. Einige Menschen behaupten, sie hätten Siafu sich in Kugeln groß wie Basketbälle in beängstigender Weise fortbewegen sehen. Siafuschwärme dieser Art können durchaus auftreten, aber normalerweise handelt es sich jedoch dabei um Unmengen von Siafu, die ein Beutetier bearbeiten, und die so gebildete "Kugel" hat selten einen Durchmesser von mehr als einigen Zentimetern.
Ebenso gibt es Stimmen, die behaupten, dass diese angriffslustigen kleinen Krieger in den Rüssel eines Elefanten klettern und beißen. Zweifelhaft ist hier, dass jemals ein Mensch dies wirklich als Augenzeuge hat erleben können. Allerdings findet man nie Elefanten im gleichen Uferwald, wenn Siafu wie z.B. nach einem Regenguss besonders aktiv sind.
Auch wenn sie aggressiv und schmerzhaft sind, sind die Siafu doch nicht gar so schlecht, selbst für Menschen nicht. Wenn Sie in Afrika leben und Siafu in ihr Haus schwärmen, fressen diese alle anderen Ameisen, Spinnen und alles andere Getier, das herumkriecht oder krabbelt. Dann gehen sie und lassen Sie in Frieden ... das heißt, solange Sie ein Ausweichquartier für einen oder zwei Tage haben.