Edelsittich

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Fisher's Edelsittich

Sie fahren auf einer staubigen Piste in der Serengeti während der Trockenzeit. Sie sind umgeben von dürrem braunen Gras, Bäumen ohne Blätter, einer graubraunen Staubwolke am Himmel. Plötzlich überfällt sie eine Farbinvasion. Ein Bündel leuchtend farbiger, grüner und gelber Fisher's Edelsittiche rauscht vorbei und verschwindet im trockenen Gras.

Fisher's Edelsittich, auch Lovebird genannt, ist wie alle Edelsittiche eigentlich ein kleiner Papagei. Dieser leuchtende und fröhliche Vogel findet sich in freier Natur nur in der Serengeti selbst sowie an deren westlichem Rand. Er nistet in hohlen Bäumen oder Termitenbauten und ernährt sich fast ausschließlich von Samen.

Dieser Edelsittich verfügt über eine interessante Geschichte. Zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Fisher's Edelsittich von Tansania aus als Hausvogel nach Europa und Amerika exportiert. Viele Tiere wurden auch nach Kenia und andere Gebiete Tansanias verschickt. Dabei sind wohl einige der Vögel entflohen und haben in der Wildnis Kolonien gebildet. Diese wilden (oder wildlebenden) Edelsittiche überleben auch in anderen Teilen Ostafrikas gut und haben sich mit den wilden Gelbhals-Edelsittichen (Agapornis personatus) zu einer Hybridform gepaart. In einigen Teilen Kenias fürchtet man, dass Fischers Edelsittich und seine Hybridart endemische Spezies aus einer begrenzten Anzahl von Brutplätzen in den Baumlöchern vertreiben könnte.

Heutzutage wird der Export der Fisher's Edelsittiche von Tansania kontrolliert. Ihre Population ist zwar klein, aber sie scheint in der Serengeti stabil zu sein. Im westlichen Korridor der Serengeti und an Wasserlöchern im Inneren der Serengeti können sie am häufigsten beobachtet werden. Es gibt eine große Brutpopulation in Seronera und den umliegenden Gebieten.

 
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