Kopjes der Serengeti Kopjes

Kopjes, manchmal auch "Inselberge" genannt, haben eine ganz andere Funktion als die Grasflächen oder die Wälder der Serengeti. Sie bilden häufig eine natürliche Barriere bei Grasbränden, bieten mit ihren zahlreichen Löchern, Spalten und Höhlen kleineren Tieren Unterschlupf und dienen verschiedenen Raubtieren als Aussichtspunkt.

Und da der Grundwasserspiegel in ihrer näheren Umgebung vergleichsweise hoch ist, wachsen dort Hunderte verschiedener Pflanzenarten, die man im Grasland nicht findet.

 
Dies hat wiederum zur Folge, dass auf den Kopjes ganz spezielle Tierarten leben, die sich dort wegen der standorttypischen Pflanzen oder wegen der vorhandenen Verstecke angesiedelt haben. Darunter sind zahlreiche Insektenarten, aber auch Echsen, Schlangen und kleine Säugetiere wie Mäuse sowie große Raubtiere, z. B. Löwen. Diese verstecken, ebenso wie Geparden, gern ihre Jungen auf den Kopjes.

Unter den Schichten aus vulkanischem Gestein und Asche, aus denen der Boden in der Serengeti besteht, befindet sich eine dicke Schicht aus sehr altem, metamorphem Gestein, die entstand, als sich spät im Präkambrium eine Riesenblase aus flüssigem Granit ihren Weg aus den flüssigen Schichten unterhalb der Erdkruste in den Tanganjika-Schild bahnte. Und da die weicheren Gesteine inzwischen verwittert sind, liegt heute zum Teil die unregelmäßige Granitschicht in Form der Kopjes frei. Der ständige Wechsel von heißer afrikanischer Sonne und der Kühle der Nacht greift aber selbst die harten Granitoberflächen an, so dass der Wind ständig neue, ungewöhnliche Formen aus den Felsen formen kann. Die meisten Kopjes sind aufgrund der Winderosion allerdings rundlich oder haben als Deckstein einen runden Granitblock auf der Spitze.

Eine sehr interessante Säugetierart, die auf den Kopjes lebt, sind die Klippschliefer, auf Swahili Pimbis genannt. Sie haben in etwa die Größe und Form eines Fußballs und ernähren sich ausschließlich von den Gräser und Kräutern, die auf oder im Umkreis von Kopjes wachsen. Besonders nachts kann man ihre durchdringenden Rufe hören; und da die Tiere die Angewohnheit haben, gemeinsame "Toiletten" zu benutzen, lässt sich ihre Anwesenheit oft auch daran erkennen, dass der Granit an diesen Stellen durch die viele Harnsäure hell verfärbt ist. Klippschliefer können einem leicht einen gehörigen Schrecken einjagen, denn sie springen bei Gefahr oft aus Bäumen oder von Felsen herab, um dann auf ihren kurzen Beinen davonzulaufen. Manchmal kann man sich in solchen Momenten des Eindrucks nicht erwehren, es würde dicke, kleine Schliefer regnen.

Wenn man Glück hat, bekommt man vielleicht auch einen der sehr scheuen Klippspringer zu sehen. Klippspringer sind kleine Antilopen mit zierlichen Hufen, die sich in den nördlichen Regionen des Parks gern hoch oben auf den Kopjes aufhalten. Die gleichen hohen Aussichtspunkte werden aber auch häufig von Raubtieren aufgesucht, zumeist weil sie von dort einen besseren Überblick haben oder auch nur, weil sie ein Nickerchen in der Sonne machen wollen. Daher sieht man auf den Kopjes auch öfters Löwen oder Geparden und kann sie mit etwas Glück sogar bei der Jagd beobachten.

Lesen Sie eine interessante Geschichte über Kopjes von Greg Sharam.

 
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