Springhase

Buschbaby

Schuppentier

© ZGF/Flycatcher

Weitere Nachttiere

Springhasen (Bunwas) (Pedetes capensis)

Der Springhase ist eigentlich gar kein Hase, sondern ein großer Nager, der bis zu 4 kg schwer wird und fröhlich auf seinen langen Beinen durch die Serengeti hüpft. Der Springhase lebt im südlichen und östlichen Afrika, allerdings ist er nur selten zu sehen. Er hält sich während des Tages in seinen selbstgegrabenen Erdbauten auf. Nur während der Nacht kommt er zum Fressen heraus, seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern und Samen.
Gruppen von Springhasen graben Erdbauten in ungestörten, grasreichen Gegenden. Man findet sie häufig an Gewässerrändern und in mit wenig Strauchwerk bestandenen Gegenden. Sie leben und äsen in Gruppen von bis zu 9 Tieren, ihr Anblick kann beim ersten Mal durchaus verwirrend sein: "Bin ich in Australien?"
Spring- und Kaphase unterscheiden sich dadurch, dass Kaphasen tagaktiv sind während Springhasen zur Gruppe der nachtaktiven Tiere gehören. Springhasen bewegen sich ausschließlich mit ihren Hinterbeinen, ähnlich wie Känguruhs, während Kaphasen sich auf allen vier Beinen fortbewegen.

 
Buschbabies: (Greater Galago) (Komba ya Miombo) (Otolemur crassicaudatus)

Buschbabies leben in verschiedenen Teilen des Serengeti-Nationalparks in dichtbewachsenen Flussgebieten. Sie haben etwa die Größe einer Katze und zählen zu den Primaten (Gruppe der Affen und Menschenaffen), obwohl sie nur mit den höheren Primaten wie den Schimpansen entfernt verwandt sind. In der Nacht hört man den eigenartigen Ruf der Buschbabies, fast wie das Weinen eines Babys, dem sie ihren Namen verdanken.
Buschbabies leben in der Serengeti in den Wäldern entlang des Grumeti Flusses, dem Akaziendickicht um Seronera herum und entlang der Flussläufe im Südwesten, nahe dem Moru-Ranger-Posten. Anders als die schwarzweißen Mantelaffen sind Buschbabies nachtaktiv und fressen keine Blätter. Sie ernähren sich vielmehr von Baumsäften, Früchten und Insekten.
Buschbabies leben in lockeren Gruppen, die von einem dominanten Weibchen geführt werden (Matriarchat). Dominante Männchen wandern zwischen verschiedenen Gruppen hin und her, während junge und untergeordnete Männchen in der Nähe der Weibchengruppen leben.
Männchen und Weibchen stoßen Rufe aus, um anzuzeigen, wo sie sich gerade befinden, am häufigsten wird jedoch über Duftmarken kommuniziert. Buschbabies verfügen über Drüsen in der Haut, die einen moschusartigen Geruch ausströmen, der vom Fell aufgenommen wird. Sie haben spezielle "Fingerkrallen" an den Hinterläufen und eine gespaltene Zunge, von der man annimmt, dass sie der gegenseitigen Fellpflege dient. Die wichtigste Art, das Revier zu markieren ist jedoch, auf die eigenen Hände zu urinieren und damit die Äste zu berühren.
George Schaller, der berühmte Löwenforscher und Biologe der Serengeti, hatte in den 60er Jahren kurzzeitig ein Buschbaby als Haustier. Es war niedlich, aber versah alles in seiner Umgebung mit Duftmarken, einschließlich seiner menschlichen Zimmergenossen. Das steigerte seine Beliebtheit keineswegs. Dieses Tier hätte man, wie übrgens alle Tiere der Serengeti, am besten in Freiheit belassen.

 
Schuppentier (Ground Pangolin) (Nyana) (Smutsia temminckii)

Schuppentiere sind eine unglaubliche Bereicherung der Tierwelt. Sie scheinen ähnlich wie das Schnabeltier in Australien eine Mischung aus verschiedenen Tieren zu sein. Der Körper ist mit Hornschuppen bedeckt, ähnlich angeordnet wie die Hornplatten eines Dinosauriers. Diese Schuppen bestehen jedoch aus verhornter Oberhaut, so wie die Schwanzschuppen bei einigen Nagern. Die Zunge des Pangolins ist so lang wie das Tier selbst - bis zu 60 cm. Es hat keine Zähne, aber es verfügt über einen mit Sand und Steinen gefüllten Kaumagen wie ein Vogel.
Das Schuppentier ernährt sich von Ameisen, Termiten und kleinen Käfern. Um Termiten zu fangen, bricht es eine kleine Öffnung in einen Termitenbau, streckt seine lange, klebrige Zunge hinein und zieht sie mit einem Ruck, über und über mit Termiten bedeckt, wieder heraus.
Bei Bedrohung rollen sich Schuppentiere zu einem kugelrunden Ball zusammen, um ihren haarigen Bauch und das Gesicht zu schützen. Schuppentiere sind in der Serengeti selten anzutreffen, obwohl ein Löwenforscher erst kürzlich beobachtete, wie ein Schuppentier von Löwen angegriffen wurde. Das Schuppentier rollte sich zu einem Ball zusammen, den die Löwen herumschoben und zu "knacken" versuchten. Aber sie fanden keinen Ansatzpunkt. Das Schuppentier, gefangen inmitten einer Truppe frustrierter und schlafender Löwen, rollte sich immer wieder gerade weit genug auf, um sich umschauen zu können. Dann gab es sich selbst einen Schubs und kugelte ein Stückchen weiter weg. Die schläfrigen Löwen, die es dabei genau beobachteten, versuchten es nocheinmal ohne Erfolg. Langsam, nach mehr als zwei Stunden, war es dem Schuppentier gelungen sich so weit von den Löwen wegzurollen, dass sie es ignorierten und schließlich ganz links liegen ließen, um leichtere Beute zu jagen.

 
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