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Galeriewälder
Die Galeriewälder an den Flüssen gehören zu den ganz besonderen und seltenen Lebensräumen im Serengeti-Nationalpark. Zwar sind die großen Wasserläufe die meiste Zeit des Jahres ausgetrocknet, aber während der Regenzeiten (November - Dezember, März - Mai) fließt dort reichlich Wasser, so dass der Grundwasserspiegel entlang der Flüsse auch während der Trockenzeit relativ hoch bleibt. Dadurch kann an den Flussläufen ein dichter Wald aus immergrünen Bäumen wachsen, zwischen denen ein ganz spezielles Kleinklima herrscht, das wiederum günstige Lebensumstände für zahlreiche Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere bietet.
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| Im Schatten der dichten Äste bleiben der Untergrund und die Luft vergleichsweise feucht, so dass der Waldboden mit Schatten liebenden Gewächsen bedeckt ist, während auf den Bäumen Orchideen und zahlreiche Kletterpflanzen wachsen. Besonders zahlreich sind hier aber auch Insekten. So findet man auf dem Waldboden unzählige Ameisen, Termiten und Käfer, zwischen den Bäumen bilden die Stielaugenfliegen riesige Schwärme, und in den Kronen kann man Wespen, Bienen, Schwalbenschwänze und riesige Nashornkäfer entdecken.
Dank dieser Vielfalt und Fülle an Pflanzen und Insekten finden sich in den Galeriewäldern auch zahlreiche Vögel, die von Insekten oder Früchten und Samen leben. Dazu gehören die Schattenvögel mit ihren riesigen Kugelnestern, ebenso wie Mausvögel, Bienenfresser und Eulen oder die majestätischen Fischadler.
Unter der dicken Schicht aus Blättern und anderen Pflanzenresten auf dem Boden leben erstaunlich viele Frösche, Echsen und Schlangen. Wenn man Glück hat, trifft man dort vielleicht auf einen Nilwaran, eine bis zu zwei Meter lange Echse, die sich in den Galeriewäldern gern unter Büschen ausruht oder auf Nahrungssuche geht. Aber es gibt dort auch noch zahlreiche andere Tiere, etwa kleine Säuger wie Ratten, Spitzmäuse, Zebramangusten und Sumpfichneumons, die sich von Insekten oder Samen ernähren. Ebenfalls häufig sind Pflanzenfresser wie Dikdiks und Ducker oder Busch-, Ried- und Wasserböcke, die alle in den Wäldern am Fluss reichlich Nahrung und Schutz finden. Oben in den Baumkronen leben die Schwarzweißen Stummelaffen, auch Guerezas genannt, sowie die scheuen Galagos oder Ohrenmakis, deren laute, nächtliche Rufe an das Geschrei von Kindern erinnern. Manchmal begegnet man aber auch Löwen, Hyänen, Büffeln und Elefanten, die zwar normalerweise in den Grassavannen leben, aber in den Galeriewäldern gern Schatten oder einen Platz zum Ausruhen suchen.
In den Flüssen selbst, im Grumeti und im Mara, liegen im Schatten der Bäume oft riesige Krokodile; Flusspferde stehen bis zum Hals im Wasser oder zur Trockenzeit auch in den grünlichen Wasserlöchern an den Flüssen. Erstaunlicherweise teilen sich diese beiden Riesen oft in friedlicher Eintracht das selbe, überfüllte Wasserloch.
Die schwarzweißen Gesichter aus den Bäumen. |
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