Karte der Serengeti Der Serengeti Nationalpark

Die Serengeti gilt als das weitläufigste Tierreservat der Welt. Sie beherbergt die weltweit größten wildlebenden Herden von Huftieren. Besonders die Wanderung von etwa einer Million Streifengnus und Zebras hat den Park bekannt gemacht. Je nach Jahreszeit kann man dieses Schauspiel in seinem ganzen Ausmaß genießen. Wo genau sich der Hauptteil der Herde aus Gnus und Zebras aufhält, kann man nicht konkret vorhersagen. Aber selbst wenn man den langen Zug der Gnus verpasst, so hat man doch die Gewissheit, dass man andere, sesshafte Tierarten zu Gesicht bekommt.

 
Lake Lagarja / Lake Masak, südliche Serengeti
Von Dezember bis Mai, je nach den Regenfällen, konzentrieren sich die großen Herden auf der tiefliegenden Grassteppe zwischen Olduvai, Gol, Naabi und Lagarja. Dann sind der Lake Masak oder der Lake Lagarja ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in alle Richtungen. Tagesausflüge bringen Sie in wenig bekannte Gegenden, wo Sie in Ruhe ein Tierparadies genießen können: zum Beispiel Hidden Valley, die Hügelkuppen Soito Ngum Kopjes oder die Kakesio-Ebene. Es steht Ihnen frei, quer über Land zu fahren, damit Sie die besten Stellen finden und mit etwas Glück seltenere Tiere sehen können, zum Beispiel Honigdachse, Wildkatzen oder Stachelschweine. In der richtigen Saison ist die südliche Serengeti durch nichts zu übertreffen.

Moru Kopjes und Seronera, mittlere Serengeti
Hier finden sich neben den Tieren der Savanne auch Arten, die sich an das Leben auf den Felsklippen angepasst haben. Von hier aus, oder auf der Durchreise, besucht man Seronera im Zentrum des Nationalparks, um die seltenen Leoparden und Geparden zu suchen. Außerdem kann man die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Galeriewäldern, den sogenannten "Kopjes" (Inselbergen aus Granit) und den Wasserstellen genießen.

Lobo, nördliche Serengeti
Der Norden der Serengeti unterscheidet sich sehr stark von den Grassteppen im Süden. Da es hier immer Wasser gibt, ziehen sich die großen Herden während der Trockenzeit hierher zurück. Außerdem gibt es zahlreiche Tierarten, die ständig hier leben, und man kann relativ regelmäßig damit rechnen, Elefanten zu Gesicht zu bekommen. Eine Welt für sich bilden die Bologonja Springs an der Grenze zu Kenia.

Der "Korridor", westliche Serengeti
Dies ist eine ganz besondere Gegend, für die nur selten Safaris angeboten werden. Große Entfernungen, schlechte Kommunikationsmöglichkeiten (nur wenige Fahrzeuge verfügen über Funk) und die häufig schlechten Straßenzustände halten immer noch die meisten Besucher von diesem Teil der Serengeti fern, der sich fast bis zum Viktoriasee erstreckt. Dabei entgeht ihnen eine wichtige Seite des Ökosystems.
Diese Gegend unterscheidet sich sehr stark von den anderen Hauptzonen des Nationalparks. Während der Trockenzeit finden sich auf dem größten Teil der Route nach Westen praktisch keine Tiere. Das letzte Viertel der Route bietet jedoch das ganze Jahr über Tausenden von Tieren eine ideale Heimat. Die hier lebenden Gnus und Zebras ziehen nicht mit ihren wandernden Verwandten mit, die jedes Jahr auf ihrem Weg nach Norden dieses Gebiet durchqueren. Sie teilen sich das Gebiet mit Giraffen, Büffel, Elen-, Topi- und Kongoniantilopen, Impalas, Wasserböcken und Thompsonganzellen in großen Herden. Und auch die Großkatzen und Hyänen leben hier in großer Zahl.
Eine besondere und inzwischen recht berühmte Attraktion bildet die Krokodilpopulation im Fluss Grumeti. Ihre Zahl ist bei Kirawira besonders groß, da der Fluss dort nicht austrocknet. Diese lebensspendende Wasserstelle verschafft den Besuchern die vielleicht interessantesten Momente ihres Aufenthaltes. Man kann nicht nur Krokodile und Flusspferde beobachten, sondern auch zahlreiche Vogelarten. Besucher mit viel Zeit (oder Glück) können den schwarzweißen Colobus-Affen in den Baumkronen entdecken.
Auf den bewaldeten Savannen der Ndabaka-Ebene gibt es viel zu sehen. An stillen Teichen und in geheimnisvollen "Korongos" (Suaheli-Wort für Schlucht) werden Sie himmlischen Frieden finden. Bei Ihren Ausflügen in diesen selten besuchten Teil der Serengeti können sie im luxuriösesten Camp der Serengeti wohnen, dem exklusiven "Kirawira Serena Camp", oder im "Grumeti River Camp" der Conservation Corporation (auch sehr exklusiv!) - oder aber in der preisgünstigeren, aber guten und einladenden Speke Bay Lodge direkt am Ufer des Viktoriasees (4 km außerhalb des Nationalparks, eine Stunde Fahrt von Kirawira).


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Nationalparks in Tansania Außerhalb der Serengeti

Es gibt aber noch weitere faszinierende Nationalparks und Schutzgebiete zu entdecken. Wenn Sie in Nordtansania auf Safari gehen, können Sie mehrere Naturwunder des Landes zu einer unvergesslichen Tour kombinieren. Es besteht sogar die Möglichkeit, die Tour bis zur Küste Tansanias zu verlängern und die Inseln Sansibar oder Mafia zu besuchen, wo Sie Ihre Safari mit einem Besuch der fantastischen Unterwasserwelt des Indischen Ozeans fortsetzen können.

Wenn Sie im Norden Tansanias unterwegs sind, können Sie auf Ihrem Weg in die Serengeti folgende Nationalparks besuchen:

 
Arusha National Park
Wenn der kleine Arusha Nationalpark in einem Land läge, das auf Tourismus spezialisiert ist, müsste man am Eingang Schlange stehen. Hier aber kann man ein paar nicht verplante Stunden dazu nutzen, eine fast unberührte Welt zu betreten.
Die Wälder am Fuße des Mount Meru haben die letzten Jahre nicht unbeschadet überstanden, und Rhinozerosse sind nicht mehr zu finden, aber viele kleinere oder weniger gefährdete Arten haben innerhalb der Grenzen dieses Nationalparks eine Heimat gefunden. Diese Gegend sollte man wirklich zu Fuß erforschen.
Lassen Sie sich bei einem Besuch vor allem den Ngurdotokrater und die Momella Lakes nicht entgehen! Dazwischen liegen idyllische Waldlichtungen und Teiche, die einen Aufenthalt angenehm und lohnend machen. Bei günstigem Wetter bilden die Massive des Kilimanjaro und des Mount Meru einen großartigen Hintergrund. Außerdem kann man hier die kleinen Ducker und die seltenen schwarzweißen Colobus-Affen antreffen, die man sonst nur selten sieht.

Tarangire National Park
Der Tarangire Nationalpark mit seinem ganz eigenen Charakter ist ein idealer Anfangs- oder Endpunkt für eine Safari in die Serengeti. Man kann hier ausgedehnte Pirschfahrten zur Tierbeobachtung unternehmen, ohne das Gefühl zu haben, dass zum ganz normalen Alltagsverkehr nur noch ein paar Ampeln fehlen! Ein Besuch lohnt sich wirklich. Besonders interessant sind die trockenen Monate von Juli bis Oktober. Zu dieser Zeit halten sich viele Tiere in unmittelbarer Nähe des Tarangire-Flusses auf. Hier sieht man wirklich Gruppen der Tiere, die dem gängigen Bild Afrikas entsprechen.
Elefanten! Vor einigen Jahren noch waren sie in fast jedem Schutzgebiet Ostafrikas häufig anzutreffen, inzwischen aber sind sie deutlich seltener geworden und daher eine besondere Attraktion. Manchmal beherbergt Tarangire sehr große Herden, die aus der Masai Mara Steppe hier hindurchziehen. Auch wenn man einen respektvollen Abstand zu den grauen Riesen halten sollte, weil man nie weiss, ob sie mit Autos schlechte Erfahrungen gemacht haben, sind dies doch Augenblicke, die man nie mehr vergisst.
Natürlich ist ein Nationalpark mit so abwechslungsreicher Landschaft und einem so großen Pflanzenreichtum - insbesondere den eindrucksvollen Affenbrotbäumen (oder Baobabs) - auch ein Vogelparadies. Es ist unmöglich, sie alle in kurzer Zeit zu beobachten, aber im Auto unterwegs trifft man mit Sicherheit auf den Flammenkopf-Bartvogel, den kleinen Bienenfresser oder die Gabelracke mit ihrer fliederfarbenen Brust. Morgens, zwischen sechs und sieben Uhr, ertönt im Park ein unglaubliches Konzert von Vogelstimmen.
Bei den Pirschfahrten, die Sie von den Lodges oder Camps aus unternehmen, sollten Sie immer aufmerksam nach den Besonderheiten des Nationalparks wie z.B. dem gewöhnlichen Wasserbock, dem Klippspringer oder der Felsenpython Ausschau halten. Vor einiger Zeit bekam man sogar öfter Leoparden zu Gesicht - ein wundervoller, majestätischer Anblick! Ein besseres Habitat als hier gibt es kaum für Leoparden. Wenn man längere Pirschfahrten über die uralten Steppen von Tarangire unternimmt, trifft man auf Arten, die man normalerweise auf der nördlichen Route nicht findet, beispielsweise die Oryxantilope und den noch selteneren Kleinen Kudu.

Lake Manyara National Park
Dieser Nationalpark ist relativ klein, verfügt aber über sehr unterschiedliche Landschaften: Hier findet sich ein tropischer Grundwasserwald am Eingang zum Schutzgebiet, der Frischwasserzufluss zum See, der zur Dauerheimat für eine Flußpferdpopulation geworden ist, und eine der abwechslungsreichsten Vogelpopulationen Ostafrikas. Stundenlang kann man mit dem Fernglas in der Hand hier verweilen und entdeckt immer wieder etwas Neues im weiten, fruchtbaren Marschland entlang des Seeufers, das vollständig den Tieren vorbehalten ist.
An kleinen Wasserläufen und Lichtungen in den Akazienwäldern im Inneren des Parks gibt es zahlreiche Säugetier- und Vogelarten, und vor allem Elefanten, Büffel und Giraffen sind in großer Zahl vorhanden. Die Tiere im Lake Manyara Nationalpark sind nicht besonders scheu und verhalten sich sehr natürlich. Man sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, eine der zahlreichen Paviankolonien zu beobachten, die immer für gute Unterhaltung sorgen.
Natürlich sind die berühmten Baumlöwen (eine Löwenpopulation, die anders als ihre Verwandten zum Ruhen auf Bäume klettert) interessant, da es aber lange dauern kann, bis man sie findet, lohnt sich die Suche oft nicht. Manyara bietet zu jeder Zeit viele lohnende Ziele für den Naturliebhaber, sei es ein Fischadler, den man fast berühren kann, ein Buschbock, der eine Lichtung überquert, oder ein Waran, der eine Termitenmahlzeit genießt.

Naturschutzgebiet Ngorongorokrater
Das "Achte Weltwunder" ist ein weiterer Höhepunkt einer Safari im Norden Tansanias. Der Krater (übrigens die größte Caldera der Erde!) und seine Umgebung bilden ein Naturschutzgebiet, das sich an die Serengeti anschließt. Die Wildtiere genießen denselben Schutz wie in einem Nationalpark. Die 160 Quadratkilometer am Boden des erloschenen Vulkans sind weltberühmt, weil hier fast alle typischen Vertreter der Fauna Afrikas auf einer relativ kleinen Fläche zu finden sind. Die meisten Tiere sind gut an Besucher und Fahrzeuge gewöhnt und fliehen daher nicht weit. Daher kann man sie hier leichter beobachten und fotografieren als anderswo. Die Zahl der Tiere unterliegt in den verschiedenen Jahreszeiten keinen großen Schwankungen. Das Nahrungsangebot sowohl für Fleisch- als auch für Pflanzenfresser ist hier so groß, dass das Gebiet alle Tierarten in großer Zahl ernähren kann und sich immer etwas Aufregendes ereignet. Interessant zu beobachten sind Löwen, Hyänen und Schakale. In den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag sind die Chancen am größten.
Da der Krater leicht erreichbar ist - es gibt sogar Tagesausflüge von Arusha aus - und da er durch die große Anzahl an Tieren so attraktiv ist, zieht er natürlich viele Besucher an. Zu bestimmten Tageszeiten und Terminen werden Sie daher auf zahlreiche andere Fahrzeuge treffen. Ein weiterer und wichtiger Grund für eine Fahrt hinab in den Ngorongorokrater sind die afrikanischen Spitzmaulnashörner - einige der wenigen Überlebenden der am stärksten gefährdeten Tierart des Kontinents.
Auf dem Weg vom Krater in die Serengeti kommt man an der Olduvaischlucht vorbei, der "Wiege der Menschheit", wo Louis und Mary Leakey ihre berühmten Ausgrabungen machten. Ein Besuch des kleinen, aber um so interessanteren Museums lohnt sich.

Sehenswertes um den Serengeti Nationalpark herum

Das Mwalimu Julius K. Nyerere Gendenkmuseum
Dieses Museum wurde im Juli 1999 in Dorf Butiama, etwa 100 km von Seronera entfernt, offiziell eröffnet. Es zeigt den ehemaligen Präsidenten Tansanias, "Mwalimu Nyerere" (Mwalimu bedeutet Lehrer auf Swahili), den Vater der Nation, in seinem historischen Umfeld. Zu sehen ist eine interessante Sammlung persönlicher Gegenstände Nyereres sowie Bücher und Geschenke anlässlicher seines Amtsantritts.

Historische Stätten
Nach Voranmeldung sind mehrere historische Stätten in der Umgebung des Parks zu besichtigen. Darunter Monumente wie Fort Ikoma, Nyigoti, Mabure und Mara, die von den deutschen Truppen während der Kolonisation im 19 Jhdt. eingerichtet wurden.

Der Viktoria-See
Ein Ausflug zum drittgrössten Süsswassersee der Welt ist leicht zu arrangieren. Dort werden mehrere Wassersportarten angeboten, wie Wasserski, Wave Running, Krokodilfischen und Sonnenaufgangsfahrten im Speedboot auf der Suche nach Flusspferden, die um diese Zeit besonders aktiv sind.

 
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